Die Geschichte des Puzzles

Geposted von Willa Wunst am

Wer hat eigentlich das Puzzle erfunden und seit wann gibt es Puzzles? 

Wenn du zu den langjährigen Puzzle-Fans zählst oder dein Allgemeinwissen vor solcher Fakten nur so strotzt, kennst du vielleicht die Antwort auf die Frage. Aber neben seiner Erfindung hat unsere liebste Freizeitbeschäftigung noch einige spannende Stationen im Lebenslauf. Während unsere eigene Firmengeschichte bei Willa Wunst wenig älter als ein Jahr ist, haben wir für diesen Blog einen Blick auf die über 250-jährige Geschichte des Puzzles für dich geworfen.

  1. Jahrhundert: Die Anfänge des Puzzles

Ab 1763 legte der englische Kupferstecher und Kartenhändler John Spilsbury den Grundstein für das Puzzle, wie wir es heute kennen: ein Bild, zusammengesetzt aus vielen Einzelteilen. Zwar gab es wohl auch schon vorher Rätsel- und Legespiele, wie Mosaik, jedoch hat Spilsbury als findiger Geschäftsmann zuerst Puzzles zum Verkauf angeboten. Er klebte geographische Karten von England auf Holz und zersägte sie entlang der Grafschafts-Grenzen.

Diese Karten-Puzzles dienten im Geografie-Unterricht in Großbritannien als Lernmaterial. Damals wurden sie noch ganz unkreativ “dissected maps” (zerteilte Karten) genannt und der Name “Puzzle” etablierte sich erst viel später. Der englische Begriff “jigsaw puzzle” (übersetzt “Laubsägen-Puzzle”), der Puzzles meint, wie wir sie heute kennen, erinnert an die Zeit, in der Puzzleteile noch mit einer Säge ausgeschnitten wurden.

  1. Jahrhundert: Puzzles werden Kommerz

Im 19. Jahrhundert bewegte sich der Fokus vom Puzzle als pädagogisch wertvolles Lernwerkzeug hin zum Spielzeug und es wurde vermehrt kommerziell an Kinder und Jugendliche vermarktet. Die Motive variierten, je nachdem, was in der Welt gerade los war. So fanden sich neben heimischen Kunst-Klassikern als Motive auch brutale Kriegsszenen wieder, geprägt von den europäischen Revolutionen Mitte des 19. Jahrhunderts. Die meisten Puzzles aber zeigten friedliche Szenen spielender Kinder.

Puzzles waren noch keine Massenware, weil sie in mühsamer Handarbeit einzeln gefertigt wurden und Holz teuer war. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde das Puzzle durch den Umstieg auf günstigere Holzfaserplatten, Bevölkerungswachstum, steigende Einkommen und verbesserte Transportmöglichkeiten schließlich für immer mehr Leute zugänglich. Das “interlock puzzle” mit Teilen, die ineinander greifen, wurde erst jetzt bekannt und beliebter. Vorher waren die Puzzleteile meist nicht im Raster angeordnet, hatten sehr unterschiedliche Formen und verrutschten leicht.

  1. Jahrhundert: Puzzles werden Massenware

Im 20. Jahrhundert wurden Puzzles vermehrt auch für Erwachsene interessant. Die Legespiele waren extrem knifflig, weil das Motiv oft nicht mit abgedruckt war und nur der Name des Puzzles verriet, in welche Richtung man sich mit den kleinen Teilen puzzelte. Im ersten Jahrzehnt waren es in den USA vor allem Frauen, die das Puzzle-Business prägten und mit ihren einzigartigen Sägeschnitten die Kund*innen begeisterten. Auch heute noch puzzeln tendenziell mehr Frauen als Männer.

Eine regelrechte Puzzle-Welle gab es in England und den USA nach dem ersten Weltkrieg, als die Arbeitslosigkeit hoch war und viele Leute außergewöhnlich viel Freizeit hatten. Die gestiegene Nachfrage sorgte dafür, dass bald Stanzmaschinen und Pappe Sägen und Holzplatten ersetzen. Der Weg für die serielle Fertigung von Puzzles war geebnet. Durch die niedrigeren Herstellungskosten wurden Puzzles auch oft als kostenlose Werbegeschenke verteilt oder sehr günstig am Zeitungskiosk verkauft.

Das Zeitalter war geprägt von schweren Zeiten nach beiden Weltkriegen und der Weltwirtschaftskrise. Puzzles erfreuten sich in Krisenzeiten größter Beliebtheit, weil sie eine willkommene Ablenkung und einen abwechslungsreichen Zeitvertreib darstellten.

Nach dem Wiederaufbau der 50er Jahre stand die Freizeit wieder mehr im Vordergrund und heutige bekannte, deutsche Hersteller etablierten sich auf dem Markt.

  1. Jahrhundert: Größer, Schwerer, Verrückter

Inzwischen sind Puzzles aus dem weltweiten Spielwarengeschäft nicht mehr wegzudenken. Kinder wie Erwachsene erfreuen sich an tausenden verschiedenen Motiven. Es gibt Puzzle-Wettbewerbe, -Weltmeisterschaften und -Weltrekorde. Und  Auch im 21. Jahrhundert zeigte sich, dass Krisen zum Puzzeln animieren: im ersten Corona-Pandemiejahr 2020 ist der Marktanteil bei Erwachsenenpuzzles um 50% (weltweit sogar 70%) gestiegen (siehe Spieleverlag.com & Spielwarenmesse.de).

Es gibt heute Puzzles in allen erdenklichen Farben, Formen und Größen und für jeden Geschmack. Wenn du dich für kuriose Puzzle-Rekorde interessiert, lies doch mal unseren Blogpost zu Puzzle-Rekorden.

 

Unsere Quellen: 

Spielezar.ch: Die Geschichte des Puzzles: ein Teilchen nach dem anderen

Puzzle-net.de: Puzzle im Wandel der Zeit

Bob Armstrong: Bob Armstrong's Old Jigsaw Puzzles 

Spieleverlag.com:  Spiele + Puzzle: Stark wachsende Nachfrage im Coronajahr 2020 | Spieleverlage eV 

Spielwarenmesse.de: Spirit of Play: npdgroup: Der globale Spielwarenmarkt & COVID-19 

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